Bildung fördern!
Nachhaltigkeit sichern!
Gemeinschaft stärken!
Bürger:innen beteiligen!
Grün wählen!
Bündnis 90 / Die Grünen Schiffdorf
Unsere Schwerpunkte für die Arbeit im Gemeinderat und in den Ortsräten
2026-2031
März 2026
BILDUNG FÖRDERN
Auf die demografische Entwicklung der Ortschaften und die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Kindertages- und die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern hat die Gemeinde Schiffdorf mit der Entwicklung eines Masterplans reagiert. Die Umsetzung des Plans führt bereits zu umfangreichen Investitionen, aber auch zu Entscheidungen über die Schließung und Verlagerung von Standorten. Auch wenn wir gemeinsam mit vielen Eltern, Beschäftigten und Bürger:innen für andere Lösungen gestritten haben, wollen wir konstruktiv an der Umsetzung und Gestaltung mitwirken.
Wir Grüne wollen sicherstellen, dass die kommenden Baumaßnahmen eng begleitet werden. Bei den Entscheidungen sollen kindgerechte, nachhaltige und die Bildungsqualität verbessernde Lösungen im Mittelpunkt stehen. Statt standardisierter Baukonzepte befürworten wir Realisierung der Neubauten auf der Grundlage pädagogischer Konzepte der Schulstandorte, wobei die Bauweise sowohl von Kitas als auch von Schulen und Mensen jeweils eine in der Zukunft ggf. erforderliche Umnutzung für andere Bedarfe berücksichtigen soll. Zur verbindlichen Einhaltung von Bauzeiten und des Finanzrahmens favorisieren wir das Verfahren der Integrierten Projektallianz, wie es jüngst bei den Schulneubauten in Bremerhaven angewandt wurde. In der Allianz arbeiten Schulträger, Schulleitungen, Planende und Ausführende auf der Grundlage verpflichtender Verträge während des gesamten Entstehungsprozesses in enger Abstimmung, was spätere Konflikte, Verzögerungen und Verteuerungen ausschließt.
Selbstverständlich ist es erforderlich, die Ganztagsbetreuung durch verlässliches Personal der Gemeinde abzusichern, das durch Ehrenamt ergänzt werden kann. Wir setzen uns auch für erforderliche Qualifizierungsmaßnahmen ein, damit die Betreuung der Kinder außerhalb des Unterrichts dem Anspruch eines pädagogischen Angebots gerecht werden kann.
In der Diskussion über den Zustand und die Verfügbarkeit öffentlicher Bäder für den Schwimmunterricht unterstreichen wir die Bedeutung von Schwimmkursen für Kinder bereits im Kita-Alter. Wir können uns auch die Ausgabe von Schwimmkarten für Fünfjährige vorstellen. Ergänzend schlagen wir in diesem Zusammenhang vor, die Schwimminsel im Silbersee wieder aufzubauen.
NACHHALTIGKEIT SICHERN
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Leitmotiv unseres Handelns in allen Politikbereichen. Wir wollen langfristig denken und handeln – über Legislaturperioden hinaus. Das bedeutet, dass unser Handeln die Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen erhält und verbessert. Dazu gehört natürlich auch, dass wir solide und nachhaltige Finanzierungen sicherstellen.
Wir Grüne stehen für den Ausbau erneuerbarer Energien mit Wind- und Solarparks, die kommunale Wärmeplanung sowie die energetische Optimierung gemeindeeigener Gebäude. Wir setzen uns für verbindliche Klimaschutzziele der Gemeinde ein (Bsp. Beverstedt) Diese Ziele dienen sowohl dem Klimaschutz als auch der Verringerung von Haushaltsrisiken durch ständig steigende Preise fossiler Energieträger.
Nicht zuletzt angesichts knapp werdender Flächen gewinnt die Aktivierung von Bauruinen (z.B. in Geestenseth) wachsende Bedeutung, hier wollen wir finanzielle Anreize bzw. Sanktionen prüfen lassen.
Das Angebot der bestehenden „Nachhaltigkeitsbox“ mit Instrumenten und Informationen über die Möglichkeiten des Klima- und Ressourcenschutzes im eigenen Haushalt wollen wir aufstocken, ggf. durch Spenden, damit mehr Bürger:innen von ihrem Einsatz profitieren und Optimierungspotentiale im eigenen Umfeld ausloten können.
Nachhaltige Mobilität ist ganz grundsätzlich gerade im ländlichen Raum ein stetiges Thema. Die Infrastruktur öffentlicher und privater Verkehre dient dabei nicht nur der Erreichbarkeit, sondern sie sichert die gesellschaftliche Teilhabe für Menschen aller Generationen. Das gilt insbesondere, wenn öffentliche wie private Einrichtungen in zunehmendem Maße zentralisiert werden und den Menschen abverlangen, dass sie immer längere Wege zurücklegen müssen, um beispielsweise Kitas und Schulen, Einkaufsmärkte und Arztpraxen zu erreichen.
Wir Grüne streben neben der kontinuierlichen Verbesserung des ÖPNV innerhalb der Gemeinde Schiffdorf einen Ausbau der Radwegeverbindungen an. Die zwischen Spaden und der Stauschleuse eingerichtete Fahrradstraße ist für uns nur der Einstieg in die Erstellung eines Masterplans mit dem Ziel eines die Ortschaften verbindenden Fahrradstraßennetzes, das sukzessiv und unter Einwerbung entsprechender Fördermittel (z.B. Leader-Mittel) realisiert werden soll. Fahrradreparaturstationen in den Ortschaften sollen diese Maßnahme unterstützen. Ein Carsharing-Angebot könnte die individuelle Mobilität in der Gemeinde verbessern. Wir setzen uns dafür ein, zu untersuchen, ob bestehende Konzepte in der Region (wie z.B. Dorfstromer) auch in Schiffdorf erfolgreich umgesetzt werden könnten.
GEMEINSCHAFT STÄRKEN
Die Gemeinde Schiffdorf steht vor großen Aufgaben, um die Attraktivität und Lebensqualität ihrer Ortschaften für alle Bürger:innen zukunftsfähig aufzustellen. Mit der Zentralisierung von Einrichtungen der frühkindlichen und schulischen Bildung, der Gesundheit und der Pflege, von Handel und Geldinstituten bei gleichzeitigem Verlust vieler Gaststätten gehen die Begegnungsorte der Ortsgemeinschaft zunehmend verloren.
Wir Grüne setzen uns deshalb dafür ein, dass Dorfgemeinschaftshäuser in jenen Ortschaften entstehen, die einen solchen Treffpunkt missen. Die Häuser sollen bedarfsgerecht von den Einwohner:innen als nicht-kommerzielle Begegnungsstätte genutzt werden können. Für die Nachnutzung alter Schulgebäude schlagen wir konkret verschiedene Optionen vor:
- eine Anlaufstelle für die Jugendarbeit,
- ein Kulturzentrum nach dem Vorbild „Alte Schule Stotel“,
- Räume für das Symphonische Blasorchester Wehdel oder die Musikschule,
- Treffpunkt für Vereine, Initiativen und Veranstaltungen
Auch die Zukunft der Turnhallen muss im Hinblick auf die Stärkung von Bewegungsangeboten und Sportvereinen mitgedacht werden. In diesem Sinne wollen wir die ehrenamtliche Arbeit in Sport- und Kulturvereinen in der Gemeinde und den Ortschaften besonders unterstützen und im Haushalt der Gemeinde absichern. Daneben stehen wir zur Fortsetzung der Förderung der überregional erfolgreichen Theatergruppe „Das letzte Kleinod“.
Wir streben die Ausweitung und Dezentralisierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten des Landkreises an. So befürworten wir Beratungsangebote bei häuslicher Gewalt auch im Südkreis. In der Gemeinde Schiffdorf sehen wir die Voraussetzungen als besonders geeignet, um von häuslicher Gewalt betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein möglichst niedrigschwelliges Angebot zur Kontaktaufnahme bieten zu können.
Unser besonderes Augenmerk gilt der Jugendarbeit, die wir in allen Ortschaften stärken möchten, wobei wir vor allem die Wünsche der Jugendlichen selbst besser berücksichtigen wollen.
Die Aufwertung von Spielplätzen durch nachhaltige Gestaltung und die Einrichtung begehbarer Kräutergärten – etwa gefördert durch die Bingo-Umweltlotterie – können als Angebote für verschiedene Altersgruppen zu weiteren Treffpunkten für die Ortsgemeinschaften werden. Die „Einsparung“ von Spielplätzen zur Haushaltskonsolidierung, wie von der Gemeinde vorgeschlagen, lehnen wir daher ab.
Auch innovative Ideen für die Einrichtung von Parkbänken auf privatem bzw. privat verwalteten öffentlichen Raum – kombiniert mit Grundsteueranreizen – sollen geprüft werden.
Im Zuge der demografischen Entwicklung ist für uns die Betrachtung der Situation älterer Bürger:innen bedeutsam. Gerade im Alter ist eine wohnortnahe Infrastruktur unverzichtbar. Darüber hinaus sehen wir u.a. den Bedarf, Menschen ab 70 Jahren von der Pflicht zur Gehwegreinigung zu entlasten, auch durch die entsprechende Aufstockung von Personal der Gemeinde.
BÜRGER:INNEN BETEILIGEN
Die engagierten Proteste vieler Bürger:innen gegen die Schulstandortplanung unter dem Motto „Die Schule im Dorf lassen“ haben gezeigt, dass Beteiligungsrechte abseits von Kommunalwahlen und Fragestunden in Ratssitzungen gestärkt werden müssen.
Informationsveranstaltungen und kontroverse, respektvoll geführte Diskussionen unter Beteiligung von Bürger:innen, Politik und Verwaltung fördern die Akzeptanz politischer Entscheidungen.
Wir Grüne sind sicher, dass die Einbindung der Bürger:innen in die Entscheidungswege für ihre Ortschaften und die Gemeinde die schließlich zu fassenden Beschlüsse verbessert und vor allem den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Identifikation mit demokratischen Prozessen fördert.
Das niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz bietet bereits Möglichkeiten der Bürger:innenbeteiligung bei Angelegenheiten der Gemeinden. Diese sind jedoch sehr formalisiert und führen in der Regel nicht zu einem offenen Dialog zwischen den Beteiligten. Aus diesem Grunde setzen wir uns für die Abhaltung regelmäßiger Bürger:innenversammlungen in den Ortschaften ein, mindestens jedoch im Zuge der Vorbereitung relevanter Entscheidungen des jeweiligen Orts- oder des Gemeinderats. Die Versammlungen dienen dem offenen bzw. nicht-formellen Austausch zwischen den Verwaltungsspitzen, Ratsmitgliedern, Einwohner:innen bzw. Betroffenen.
Interaktionsmöglichkeiten in den Sitzungen der Räte wollen wir ausbauen. Wir wollen den digitalen Zugang insbesondere für Menschen ermöglichen, die aufgrund von Betreuungs- oder anderen Pflichten nicht persönlich an Sitzungen teilnehmen können.
Der besseren und schnelleren Nachvollziehbarkeit wegen wollen wir die Gemeinde verpflichten, die Entwürfe der Niederschriften von Sitzungen innerhalb von 14 Tagen im Internet zu veröffentlichen.
Für uns Grüne selbst gilt, dass wir die Sitzungen unserer Ratsmitglieder grundsätzlich öffentlich und zwischen den Ortschaften wechselnd abhalten wollen, damit wir gezielt auf besondere Anliegen reagieren und diese in die Räte hineintragen können.




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